Rotatorenmanschettenruptur/Rotatorenmanschettenriß/Sehnenriss

Die Schulter ist das Gelenk mit dem größten Bewegungsausmaß des Körpers. Ermöglicht wird dies durch eine gute muskuläre Führung des Gelenkes. Die Muskeln, die dies ermöglichen und das Schultergelenk in der Tiefe umgeben bilden die sogenannte Rotatorenmanschette. Die Sehnen der Rotatorenmanschette gleiten durch einen engen knöchernen Kanal zwischen Oberarmkopf und knöchernem Schulterdach. Durch eine zunehmende Einengung des Knochenkanals mit zunehmenden Lebensalter oder durch regelmäßige Überkopfbelastung können die Sehnenendigungen weiter geschädigt werden und schließlich ein- oder abreißen.

Beschwerdesymptomatik:
Am Anfang stehen Schulterschmerzen, insbesondere bei Tätikkeiten in Kopfhöhe im Vordergrund. Drehbewegungen, z.B. der Griff auf den Rücksitz des Autos sind schmerzhaft. Hinzu kommen dann auch Nachtschmerzen. Letztendlich folgt die Bewegungseinschränkung und der Kraftverlust.

Diagnostik:
Neben der fachmännischen Untersuchung sind Röntenspezialaufnahmen sowie eine funktionelle Ultraschalldiagnostik notwendig. Zur Beurteilung der Defektgröße und der Sehnenqualität wird die Diagnostik regelmäßig durch eine Kernspintomographie ergänzt.

Therapie:
Beim älteren Patienten können die Beschwerden durch eine gezielte Physiotherapie zur Kräftigung der geschädigten Rotatorenmanschette gemindert werden. Begleitet wird dies durch die Einnahme von oralen entzündungshemmenden Medikamenten oder einer gezielten Kortisoninjektion. Bei anhaltenden Beschwerden empfiehlt sich aber auch beim älteren Patienten die Operation mit Sehnenreparatur.

Bei jungen und aktiven Patienten sollte ein Sehnenschaden frühzeitig repariert werden, um eine verbleibende Funktionseinschränkung zu vermeiden.

Der Eingriff erfolgt minimal-invasiv (arthroskopisch) Zunächst werden entzündliche Veränderungen entfernt und der eingeengte Knochenkanal zum späteren Schutz der Sehne erweitert. Im Anschluß daran wird die gerissene Sehne repariert (Rotatorenmanschettennaht, Sehnennaht, Rotatorenmanschettenrekonstruktion). Bei größeren Defekten erfolgt dies über einen zusätzlichen kleinen Hautschnitt.

Nachbehandlung:
Nach dem Eingriff ist eine konsequente Ruhigstellung in einem Schulterkissen für 4 Wochen notwendig. Das Schulterkissen muß konsequent Tag und Nacht getragen werden. Es darf nur zur Physiotherapie und zur Körperhygiene abgenommen werden. Eine physiotherapeutische Behandlung ist für ca. 12 Wo. Notwendig. Arbeitsunfähigkeit besteht je nach Belastung für 6-12 Wochen.


oben: intakte Rotatorenmanschette, unten: gesunder Knorpel des Oberarmkopfes